Die allseits bekannte Geschichte, von Johann Wolfgang von Goethe vor über 200 Jahren niedergeschrieben, wirkt auch in unserem Computerzeitalter erstaunlich modern. Sie schildert die Frustration und innere Leere des intellektuellen Faust. Dieser sieht, dass wir nichts wissen können, dass alles angelesene Wissen uns nicht lebendiger macht, sondern verkrustet und uns von der Lebensfreude trennt. Goethes Faust hat damit bis heute nichts von seiner Aktualität verloren, nur dass wir unsere Informationen nicht mehr allein aus Büchern, sondern über Google & Co. beziehen. Das Theater der Dämmerung regt mit seiner Faust-Inszenierung an, Fragen zu stellen: Was ist gut, was ist böse - heute, in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts? Was ist das Teuflische, was will uns wozu verführen? Ein bequemes Leben mit vorgekauten Gefühlen aus zweiter Hand zu führen? Sich berieseln zu lassen mit Filmchen und Musik? Gefühle, Leidenschaft und Erotik bequem am Bildschirm zu erleben?
Das Ganze kann und soll aber durchaus mit einem schmunzelnden Auge betrachtet werden. Faust ist kein Heiliger und die Schauspieler zollen ihm dadurch Respekt, dass sie ihn von seinem Sockel herunterholen, auf den ihn Generationen von Deutschlehrern gestellt haben und ihn als ganz normalen Menschen betrachten.
Die Inszenierung des Theaters der Dämmerung unterstützt den Zuschauer, seine eigenen Assoziationen zu entwickeln und setzt doch markante Akzente: In gekürztem Originaltext vereint sie klassisches Schattenspiel mit raffinierten Diaprojektionen und vor der Leinwand gespieltem komödiantischem Schauspiel.
Eintrittskarten zum Preis von vier Euro kann man ab sofort direkt in der Stadtbücherei erwerben. Kartenreservierungen sind unter Telefon 07191 64995 oder per E-Mail an stadtbuecherei@backnang.de möglich.

