Mit seinen leuchtenden Farbpigment-Panelen und LED-Flächen gehört Hausig zu den Schlüsselfiguren der sich immer stärker als eigenständige Kunstform etablierenden Lichtkunst.
In der retrospektiv angelegten Ausstellung „farblicht-räume“ zeigt der Künstler eine Kombination aus speziell für die Galerie geschaffenen Lichtinstallationen und seit den späten 1980er Jahren entstanden Werken.
Medienübergreifend experimentiert Hausig mit neuen technologischen Möglichkeiten und entwickelt diese auf künstlerische Weise weiter, was den Künstler in gleichem Maße zum forschenden Wissenschaftler werden lässt. Die zumeist raumbezogenen Arbeiten implizieren eine Auseinandersetzung mit Technik und Natur sowie mit der hieraus resultierenden veränderten Wahrnehmung des Menschen. In Hausigs Werk lassen sich auch Einflüsse der Minimal Art mit ihren einfachen, klaren Strukturen erkennen. Der Künstler durchbricht jedoch, zum Beispiel durch das Einbeziehen von Porträtphotos, die dem Minimalismus zugrunde liegende Entpersönlichung des Kunstwerks. In den Lichtinstallationen geht es vielmehr um das Erzeugen von Atmosphären, in denen Bildnerisches und Ortsspezifisches zu einer schlüssigen Einheit verschmelzen. Dem Ausstellungsbesucher wird dabei häufig eine aktive Rolle zugewiesen. Auf diese Weise gelingt es Hausig, streng geometrische Formen emotional aufzuladen und zusammen mit Soundcollagen, wie beispielsweise aufgezeichneten Handygesprächen oder Geräuschen aus einer Badeanstalt, als Bild im Raum zu organisieren.
Chamäleonartig verwandeln sich beispielsweise Farblichtelemente im Raum, die computergesteuert auf Lautsprechersignale reagieren.
Speziell für das Backnanger Turmschulhaus hat Daniel Hausig die Fassadeninstallation „Sprechende Wand“ entwickelt, die nicht nur die Fassade der Galerie in ein bewegt-dynamisches Licht taucht, sondern auch in den umliegenden Stadtraum hineinleuchten wird. Mit Hilfe speziell komponierter Licht- und Klangloops untersucht der Künstler, wie man die Wirkung einer Fassade und ihre Wahrnehmung im Stadtraum verändern bzw. inwieweit die Lichtwand Teil sozialer Prozesse werden kann.
Mit der interaktiven Licht- und Klanginstallation „Schwanengesang“ bespielt Hausig den Gotischen Chor der Galerie. Durch eine Glühbirne beleuchtete und in blaue Müllsäcke gehüllte Staubsauger lassen sich per Hand- oder Fußsteuerung von den Ausstellungsbesuchern visuell oder akustisch orchestrieren. Die neuen Leuchtobjekten „be2light“ kombinieren auf Kopierfolie abgezogene Photographien mit Elektroluminiszenz.
Daniel Hausig lebt in Hamburg und hält eine Professur für Malerei / Intermedia an der Hochschule der Bildenden Künste Saar.
Nach der Ausstellungseröffnung erscheint ein Katalog, der Installationsansichten aus der Backnanger Ausstellung enthalten wird.
Am Samstag, 5. Dezember 2009, von 10 bis 13 Uhr findet eine museumspädagogische Aktion für Kinder und Jugendliche, „Licht und Schatten“ für Kinder von fünf - neun Jahren zu den Ausstellungen „Max Klinger – Graphische Zyklen“ und „Daniel Hausig. farblicht-räume“, mit Peter Holl, statt.
Die Ausstellung wird gefördert von der Schweizer Kulturstiftung „Pro Helvetia“.
Erster Bürgermeister Michael Balzer begrüßt am 27. November um 20 Uhr die Eröffnungsgäste. Die Einführung in die Ausstellung übernimmt Kulturamtsleiter Martin Schick.
Öffnungszeiten: Dienstags bis donnerstags 17 bis 19 Uhr, freitags und samstags 17 bis 20 Uhr, sonntags 14 bis 19 Uhr. Ausstellungsdauer: 28. November 2009 bis 7. Oktober 2010. Feiertagsregelung: 24., 25., 31.12.2009 und 1.1.2010 geschlossen, 31.12.2009 und 6.10.2010 geöffnet 14 bis 19 Uhr.

