Es musizieren Christian Kemper, Oboe; Sven Kestel, Kontrabass); Lee Ferguson, Schlagzeug; Axel Gremmelspacher, Klavier; sowie Schüler der Klasse 8 und 9 des Gymnasium in der Taus, Backnang. Die Leitung hat Christof M. Löser.
Das Programm unter dem Titel „Weichen“ wird mit den Variationen für Klavier von Anton Webern eröffnet. Der Schönberg-Schüler Webern gilt als Wegbereiter der Moderne und wirkte mit seiner strengen Zwölftonkomposition prägend auf eine ganze Generation von Komponisten wie beispielsweise Karlheinz Stockhausen oder Pierre Boulez.
Dem gegenüber stehen zwei Uraufführungen des 1971 in Stuttgart geborenen Komponisten, Publizisten und Musikpädagogen Jan Kopp: „Stillen“ für Kontrabass Solo lotet die Möglichkeiten des Instruments – zwischen Ton und Geräusch, gezupft oder gestrichen – aufs Äußerste aus. In „Kehren“ vermischen sich die Grenzen zwischen Musik und Theater – so wirkt der Dirigent nicht nur im herkömmlichen Sinne als Ensembleleiter mit, sondern wird durch bestimmte Aktionen ins musikalische Geschehen mit eingebunden. Kopp bezieht sich mit „Kehren“ auf eine Komposition des Komponisten Bernd Alois Zimmermann.
Außerdem stehen noch zwei Solostücke des Altmeistern Nicolaus A. Huber auf dem Programm. In „Darabukka“ imitiert Huber auf dem Klavier die komplexen Rhythmen des afrikanischen Trommelspiels. Clash Music, ein Solostück für ein einziges Beckenpaar, schließlich gilt zu Recht als einer der ausgemachten Klassiker der modernen Schlagzeugliteratur.
Im Vorfeld des Konzerts findet ein Workshop am Gymnasium in der Taus in Backnang statt, in dem der Komponist Jan Kopp gemeinsam mit Christian Kemper zunächst das Konzertprogramm vorstellt, um dann mit den Schülern gemeinsam eine eigenen Interpretation des genannten Zimmermann-Stückes zu komponieren. Das entstehende Werk wird von den Schülern im Rahmen des Konzertes uraufgeführt.
Das Konzert findet statt in einer Kooperation der Initiative Neue Musik Backnang und Netzwerk Süd – dem Zusammenschluss von Musikern, Komponisten und Veranstaltern in der Metropolregion Stuttgart mit dem Ziel der Förderung zeitgenössischer, experimenteller Musik.
Netzwerk Süd wird gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes.

