Unterrichtsangebot

Keyboard

 

Vorläufer des Keyboards gab es bereits im 19. Jahrhundert. Ihre Funktionsweise war sehr unterschiedlich. Heute kennt man von ihnen noch im wesentlichen das Trautonium und die Hammondorgel. Beide Instrumente wurden in er ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Bis Anfang der sechziger Jahre waren die "synthetischen Instrumente" besonders in der "Modernen Klassik" verankert. Man nutzte sie aber auch für den Bereich der Filmmusik. So setzte man bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts das nach seinem Erfinder benannte "Theremin" für Heultöne im Horrorfilm ein.

Mitte der sechziger Jahre entwickelte sich der Synthesizer allmählich zum Massenartikel. Wenige Jahre später tauchte erstmals die Einfinger-Begleitautomatik auf. Aus dem Mellotron entwickelte sich später der Sampler. Erste anschlagsdynamische Tastaturen gab es in den siebziger Jahren.

Die eigentliche Revolution erfolgte 1982 mit der Einführung der MIDI-Technik (Musical Instrument Digital Interface). Durch sie können verschiedene Geräte miteinander gekoppelt werden und sich gegenseitig steuern. Zur Vereinheitlichung wurde 1991 der General-Midi-Standard (GM) eingeführt. Heute besitzt fast jedes Keyboard diese Möglichkeit. In diesem Zusammenhang bietet sich auch die Kombination mit einem Computer und entsprechender Software an.

Fragen?

"Welches Instrument?"

Bei der Anschaffung eines Instruments empfiehlt es sich, einen fachkundigen Berater (z. B. den Keyboard-Lehrer) in Anspruch zu nehmen. Dies gilt besonders dann, wenn man ein Instrument aus privater Hand oder überhaupt ein gebrauchtes Instrument zu erwerben gedenkt. Grundsätzlich ist dabei zu beachten, dass die Entwicklung gerade im Bereich der elektronischen Tasteninstrumente rasant fortschreitet und deswegen ein nur wenige Jahre altes Instrument technisch völlig überholt sein kann.

Das Einstiegsinstrument sollte als Grundausstattung einen Tonumfang von fünf Oktaven, große Tasten, Anschlagsdynamik, Editiermöglichkeiten, Manual Drums und einen Sequenzer mitbringen. Entsprechende Modelle gibt es z. B. von Roland, Technics, Yamaha und Casio.

Wie alt sollte ich sein, um mit dem Keyboard-Unterricht zu beginnen?

Für den Keyboard-Unterricht gibt es keine Altersbeschränkung. Es gilt weder das Prädikat "freigegeben ab achtzehn Jahren" noch der Satz "Was Hänschen nicht lernst, lernt Hans nimmermehr". Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden hier in gleicher Weise Freude am Musizieren finden.

Was lerne ich im Unterricht?

Auf dem Keyboard kann man ganz unterschiedliche Art von Musik machen:

  • Eine Möglichkeit besteht in dem Spielen von Songs, (Volks-)Liedern oder klassischen Melodien und deren Begleitung. Dabei kommt auch die Begleitautomatik zum Einsatz und man kann sich selbst begleiten, in dem die rechte Hand die Melodie spielt, während die linke die passenden Akkorde dazu greift.
  • Auch wenn unter der Geschichte des Keyboards nicht extra darauf verwiesen wurde, so ist das Keyboard natürlich ein Tasteninstrument und stammt damit vom Klavier ab. Daher kann man auf ihm genauso wie auf einem Klavier mehrere Stimmen gleichzeitig spielen (mehrstimmiges, auch polyphones Spiel genannt). Dabei haben quasi beide Hände eine Melodie. Dafür ist es wichtig, neben dem Violinschlüssel auch den Baßschlüssel zu kennen. Ausgehend von der Literatur aus dem klassischen Bereich werdet ihr auf diese Weise auch mit ausnotierten Arrangements aus Rock, Pop und Jazz vertraut.
  • Die Sportvereine haben es längst erkannt: "Im Verein ist Sport am schönsten!" Das gleiche gilt auch für die Musik: "Im Ensemble ist Musik am schönsten!" Und darum erhält das Zusammenspiel im Unterricht von Anfang an einen wichtigen Stellenwert. Die musikalische Kommunikation wird gefördert und auch hier werden "E- und U-Musik" in gleichem Maße berücksichtigt. Übrigens bietet sich diese Gelegenheit natürlich am besten im Gruppenunterricht.
  • Da das Keyboard neben seinen bis zu 88 Tasten natürlich auch ziemlich viele technische Raffinessen mit sich bringt, bekommt ihr das nötige "Know-how" für die Arbeit mit MIDI, Sequenzer, Recording und Software.
  • Eine entscheidende Voraussetzung für das Solospiel in Bands ist das sogenannte freie Spiel, auch Improvisation genannt. Wie ihr solche ad-hoc-Kompositionen selber entwickeln könnte, dafür bekommt ihr die nötigen Hilfestellungen. (Übrigens ist dies eine sehr alte Musizierform und Werke wie z. B. Bachs "chromatische Fantasie" sind auf diese Weise entstanden).

Lehrer:

Sabine Baumert / Johann Chladny / Johannes Gonser / Gerhard Kleesattel / Felix Meyerle / Dietlinde Merk / Gregor Steer / Miklós Vajna