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Stadtteilgeschäftsstelle Heiningen

Frau Hinderer erledigt gerne für Sie:

  • An-, Ab- und Ummeldungen
  • Melde- und Aufenthaltsbescheinigungen
  • Beantragung von Personalausweisen
  • Beantragung von Reisepässen / Kinderreisepässen

Darüber hinaus:

  • Polizeiliche Führungszeugnisse
  • Unterschrifts- sowie Zeugnisbeglaubigungen
  • Eintragung von Übermittlungssperren - auch für das Mitteilungsblatt
  • Landesfamilienpässe
  • Parkerleichterungen / Parkausweise für Menschen mit Behinderung
  • Müllmarken-Verkauf
  • Fundsachen
  • Annahme von Anzeigen für das Mitteilungsblatt

Ferner werden folgende Anträge ausgegeben, angenommen und an die entscheidende Stelle weitergeleitet:

  • Elterngeldanträge
  • Familien- und Kulturpass
  • Fischereischeine
  • Führerscheinanträge
  • Gewerbean-, Gewerbeab- und Gewerbeummeldungen
  • Hundeanmeldungen- und abmeldungen
  • Jagdscheine
  • Kindergeldanträge
  • Rundfunkgebührenbefreiung
  • Schankerlaubnis - Gestattung
  • Schwerbehindertenausweise
  • Sperrzeitverkürzung
  • Wohngeldanträge

Ortschaftsrat Heiningen

Vorsitzender des Ortschaftsrates, mit seinen sieben Mitgliedern, ist Ortsvorsteher Leonhard Groß.
Nähere Informationen zu den Mitgliedern erhalten Sie hier.

Wissenswertes über Heiningen

Informationen zu den Vereinen in Heiningen finden Sie hier:
Feuerwehr Backnang - Abteilung Heiningen: http://www.feuerwehr-heiningen.de/
Gesangverein Harmonie Waldrems-Heiningen e.V.:
http://gesangverein-harmonie-waldrems-heiningen.de/
LandFrauen Backnang-Heiningen: http://www.landfrauen-bk-heiningen.de/
Luftsportverein Backnang-Heiningen e.V.: http://www.edsh.de/homepage.html
Modellbahner Backnang e.V.: http://www.modellbahner-backnang.de/
Obst- und Gartenbauverein Heiningen-Maubach-Waldrems e.V.: http://www.o-g-v.de/

Informationen zu weiteren Vereinen in den südlichen Stadtteilen:
Dorf- und Backhausverein Waldrems: http://www.dorf-backhausverein-waldrems.de/
Freiwillige Feuerwehr - Abteilung Waldrems: http://ff-backnang.de/
Kegelverein Sportzentrum Waldrems e.V.: http://www.kvs-waldrems.de/
Musikverein Maubach e.V.: http://mv-maubach.de/
Radsportverein Backnang-Waldrems 1914 e.V.: http://www.rsv-waldrems.de/
Sportverein Maubach e.V.: http://svmaubach.de/
Tischtennisclub Maubach e.V.: http://www.ttc-maubach.de/
Verein der Hundefreunde Backnang e.V.: http://www.vdh-backnang.de/

Heininger Besonderheiten

Das Heininger Rathaus

Das Heininger Rathaus hat eine vielseitige Geschichte: 1828 wurde es als Schulhaus erbaut. Die Tatsache, dass Heiningen damals acht Jahre vor der gesetzlichen württembergischen Schulverordnung ein Schulhaus baute, zeigt die fortschrittliche Einstellung von Heiningen zur Allgemeinbildung. Der damalige Schulverband Maubach-Waldrems weihte erst 68 Jahre später am 19.10.1896 sein Schulhaus an der B14 ein. Das Heininger Schulhaus mit seinem Glockentürmchen liegt, in Richtung Unterweissach gesehen, rechts an der Hauptstraße vor der einzigen befahrbaren Reisbachbrücke. Der Reisbach war damals bis zur Brücke noch ganz offen und teilte das kleine Heiningen in zwei natürliche Dorfhälften. Damals gingen nur Heininger Kinder von der ersten bis zur siebten Klasse hier zu Schule. Alle Schüler wurden in einem Raum unterrichtet.
Am Sonntagmorgen war Kinderkirche und am Mittag kam der Pfarrer aus Backnang und hielt im Schulraum Gottesdienst - bis 1958, von da an hatte Heiningen und Waldrems eine eigene Kirchengemeinde. Nach der Gründung des Schulverbandes Maubach-Heiningen-Waldrems wurden hier bis 1965 die Klassen 1 bis 3 unterrichtet. Nach dem Umzug in die neue Talschule wurde das freigewordene Schulhaus bis 1972 als Rathaus der Bürgermeisterei Maubach-Waldrems-Heiningen genutzt. Das alte Heininger Rathaus mit dem angebauten Schafstall hatte keine Verwendung mehr, es wurde verkauft. Seit der Eingemeindung von Heiningen durch Backnang 1972 wird der erste Stock, wo die ehemalige Lehrerwohnung war, als Stadtteilgeschäftsstelle von Backnang genutzt. Zweimal wöchentlich, am Montag und Donnerstag können hier allgemeine, behördliche Angelegenheiten angefragt oder erledigt werden. Dies wurde durch einen Eingemeindungsvertrag dokumentiert. Der ehemalige Unterrichtsraum wurde von der Feuerwehr so umgebaut, dass ein gemütlicher Gemeinschaftsraum entstand. Er wird von der Feuerwehr, den Landfrauen, dem Seniorenkreis und vom Ortschaftsrat genutzt. Auch das Heininger Wahllokal wird in diesem Raum eingerichtet.

Im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme wurde das komplette Gebäude außen renoviert. Durch diese gelungene Renovierung wurde das Rathaus zu einem Schmuckstück von Heiningen.
Verfasser: Gerhard Schaal

Der Heininger Dorfplatz...

... ist mit seiner zentralen Lage, seiner Größe und den seitlichen Abgrenzungen ein idealer Festplatz für die örtlichen Vereine. Das Rathaus, das Feuerwehrgerätehaus und die am Festplatz liegende schmucke Dorfscheuer runden den Dorfplatz glänzend ab.
Die Entwicklung des Dorfplatzes ist in vielen kleinen Schritten geschehen. Viele Idealisten haben über Jahrzehnten dazu beigetragen. Zuerst war die Schule mit dem kleinen Pausenhof da. Der Reisbach war damals noch bis zur Straße offen - nach dem Krieg wurde der Bach verschlossen, um den Pausenhof zu vergrößern. Als aus dem Schulhaus ein Rathaus wurde, hat die Freiwillige Feuerwehr in Eigenleistung im ehemaligen Gemüsegarten der Lehrer ihr neues Gerätehaus erstellt. Der Hofplatz war noch sehr klein, er war zum Nachbarn mit einem Zaun und einer Fliederhecke abgegrenzt Als das kleine, alte, bäuerliche Anwesen durch einen Besitzerwechsel zum Verkauf angeboten wurde, hat die Stadt Backnang das Anwesen nach langen und schwierigen Verhandlungen erworben. Das Wohnhaus mit angebauter Scheuer wurde abgerissen, die neuere Scheuer blieb jedoch erhalten - zum Glück kann man heute sagen. Jetzt haben die örtlichen Vereine Platz um ihre Feste zu feiern. Der nächste Schritt war das Erstellen des geschichtsträchtigen Dorfbrunnen - eine gelungene Bereicherung. Richtig schön wurde der Dorfplatz durch die, wenn auch etwas umstrittene, Pflasterung.
Die äußerst kreative Feuerwehr machte nun den nächsten Schritt. Sie erstellte an einer optimalen Stelle, unmittelbar am Gehwegrand den ersten Heininger Maibaum. Jahre später kamen in mehreren Schritten die Maibaumschilder dazu. Diese sollen das Heininger Dorfleben der fünfziger Jahre symbolisieren. Schnell wurde eine eindrucksvolle Tradition daraus. Der Maibaum wurde im großen Umfeld bekannt und zu einem Heininger Wahrzeichen.

Die vorerst letzte Erweiterung ist der Ausbau der Dorfscheuer. An dem gelungenen Ausbau der Dorfscheuer zeigt sich was eine motivierte Gruppe mit einem ehrgeizigen und zielorientierten Bauleiter an der Spitze auf die Beine stellen kann.
In diesem idealen Umfeld können die örtlichen Vereine ihre Feste ohne allzu großen Aufwand feiern. Das Erschaffen all dieser Einrichtungen soll auch ein Ansporn für die nachfolgenden Generationen sein, um das kulturelle Dorfleben gemeinsam zu pflegen und zu erhalten.
Verfasser: Gerhard Schaal

Der Heininger Dorfbrunnen

Brunnen waren bis vor etwa 80 Jahren eine der wichtigsten Einrichtungen in jeder Gemeinde - ausreichend gutes Wasser ist schließlich die Grundlage von allem Leben. Nach der Installation der zentralen Wasserversorgung in Heiningen 1938/39,gerieten die Brunnen rasch in Vergessenheit. Eine schwere und mühevolle Wasserbeschaffung für den täglichen Haushalt fiel dadurch weg. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde der Dorfbrunnen als Zierbrunnen wieder populär, allerdings ohne Trinkwasser. Jede Gemeinde platzierte ihr „Schmuckstück“ möglichst zentral in ihrem Ort.In Heiningen ist der Brunnen auf dem zentralen Dorfplatz zu bestaunen. Seine Gestaltung hat einen schönen, nicht alltäglichen geschichtlichen Hintergrund. In der Oberamtsbeschreibung von 1502 ist zu lesen: Heiningen ist ein Weiler, der Weilerbrunnen liegt an der Dorfstraße und angrenzenden Wiesen. Ein am Brunnen stehender Zuckerbirnenbaum gab ihm den Namen Zuckerbrunnen. Soweit die amtliche Beschreibung. Der Zuckerbrunnen konnte noch im nördlichen Teil vom alten Heiningen ausgemacht werden. Der Dorfbrunnen war ein Schöpfbrunnen, sein Quellkopf war mit Sandsteinen eingefasst. Am Brunnen war ein Schöpfer aus Holz bereit gelegt, den jeder zum Wasserschöpfen benutzen konnte und sollte - dieser fasste etwa 1,5 Liter. Der Zuckerbrunnen lieferte das ganze Jahr über reichlich gutes Trinkwasser. Viele sagten dem Brunnenwasser besondere Eigenschaften nach. Mit dem Brunnenwasser wurde vor Ort auch Wäsche gewaschen. Dadurch war der Zuckerbrunnen ein Treffpunkt der Bevölkerung, eine kleine Kultstätte. Noch heute können sich ein paar Heininger Bürger daran erinnern wie das restliche Wasser über einen offenen Kandel in Richtung Reisbach ablief. Der Zuckerbrunnen ist heute mit einer Straße überbaut.Nach einer ausführlichen Motivsuche für den neuen Dorfbrunnen, gab Gerhard Motz Anregungen dazu wie man ihn gestalten könnte. Gerhard Motz kannte die Geschichte des Zuckerbrunnen wie kein anderer. Nach Beratungen des Ortschaftsrates wurde der Steinmetz Schön aus Oppenweiler beauftragt ein Motiv zu Ehren für den ehemaligen Zuckerbrunnen zu entwerfen. Der Steinmetz Schön gestaltete daraufhin den heutigen Heininger Dorfbrunnen auf hervorragende Weise aus Naturstein. Der stilisierte Baumstamm mit seinem ausgeprägten Wurzelwerk ist mit einer Rinne umgeben, in der das Brunnenwasser wieder aufgefangen wird. Der Stamm stellt den Zuckerbirnenbaum dar. Das mittig aus dem Stamm fliesende Wasser den Zuckerbrunnen. Am Boden werden verteilt drei abgefallene Blätter symbolisch dargestellt. Das Brunnenwasser wird immer im Kreislauf bewegt. Der heutige Dorfbrunnen symbolisiert so den ehemaligen Dorfbrunnen hervorragend. Mit diesem gelungenen Kunstwerk wird eine alte Heininger Einrichtung dargestellt.Herzlichen Dank an alle, die an der Verwirklichung des geschichtsträchtigen Dorfbrunnens, einem echten Schmuckstück von Heiningen, mitgewirkt haben.Verfasser: Gerhard Schaal

Der Heininger Kreisverkehr...

... mit seinen bunten Hunden
Mit der Beschreibung möchte ich die äußerst lebhafte Entstehungsgeschichte und den Sinn dieses Kunstwerks in der Mitte des Heininger Kreisel der Bevölkerung etwas näher bringen.
Das von Gregor Oehmann kreierte Kunstwerk zeigt sechs symbolisierte Hunde, wie sie einer für sie viel zu hoch hängenden Wurst nachjagen. Für die Meute von bunten Hunden ist trotz allem Bemühen diese Wurst nicht erreichbar.
Mit diesem symbolträchtigen Kunstwerk soll dem einen oder anderen Betrachter (bunter Hund) ein Spiegel vorgehalten werden. Der Sinn: Jage in deinem Leben keiner für dich nicht erreichbaren Illusion nach. Gib dich nicht für mehr aus als du bist.
Wird mit diesem Kunstwerk zum Nachdenken angeregt und darüber diskutiert, so ist das gewünschte Ziel erreicht.
Das Kunstwerk, die bunten Hunde, haben eine abwechslungsreiche und äußerst lebhafte Entstehungsgeschichte. Aber alles der Reihe nach: als am Heininger Ortseingang, von Unterweissach kommend, als Verkehrsberuhigung ein Kreisverkehr angelegt wurde, waren noch Mittel übrig. So wurden vom städtischen Planungsamt drei ortsnahe Künstler beauftragt ein Kunstwerk für die Mitte vom Kreisel zu planen und vorzustellen. An dieser Stelle wurde der Heininger Ortschaftsrat mit den anstehenden Entscheidungen beauftragt, sodass bei allen drei Künstlern der Ortschaftsrat vor Ort war. Das Kunstwerk von Herrn Oehmann aus Aspach, die bunten Hunde, wurde mehrheitlich ausgewählt. Leider konnte zwischenzeitlich die benötigte Summe nicht mehr aus dem städtischen Haushalt gezahlt werden, weswegen sich viele Beteiligten zurückzogen. Nur Teile vom Heininger Ortschaftsrat, die sich in dieses Projekt eingelebt hatten, fanden sich nicht damit ab. Sie brachten innerhalb von einer Woche die benötige Summe durch Sponsoren zusammen. Als das Kunstwerk der Bevölkerung vorgestellt wurde, kamen Einwände und Ratschläge. Wieder musste über Vorschläge wie abändern, optimieren, Bürgerbeteiligung mit Abstimmungen, andere Motive, usw. beraten werden. So wurde im Ortschaftsrat wieder lebhaft diskutiert. Erst ein Machtwort machte diesem Debattieren ein Ende. Dieses Kunstwerk der bunten Hunde wurde in dieser Form von den Gönnern gesponsert. So lag die Entscheidung nahe, entweder die bereits ausgewählte Gestaltung mit den Sponsoren oder eine neue Gestaltung ohne diese durchzuführen. Nach einigem Zögern stimmten auch die Kritiker im Ortschaftsrat diesem Vorschlag zu. Als sich im Laufe der Zeit ein positiver Gesamteindruck abzeichnete, waren alle wieder mit dabei. Ende gut, alles gut. Wie heißt es doch so schön, der Erfolg hat viele Väter. Durch umfangreiche Erläuterungen wurden viele, oft auch lautstarke Kritiker zu Freunden von „unserem“ Heininger Hundekreisel.                                               

Verfasser: Gerhard Schaal

Das Heininger Erlenwäldle

Das Erlenwäldle von Heiningen liegt am Feld- und Fußweg von Heiningen nach Backnang auf der linken Seite. Es hat seit Menschengedenken seine heutige Form und Größe. Das Erlenwäldle war in drei Parzellen aufgeteilt, bevor es von der Backnanger Firma Mühlberger gekauft wurde. Das Erlenwäldle ist ein absolutes Feuchtgebiet, es ist der zentrale Punkt an dem aus einer großen und welligen Landschaftsfläche die Wasserläufe zusammentreffen. Fast mittig im Wäldchen ist ein Brunnen angelegt, aus dem Maubach früher, bevor die Wasserverbände im Verbund ins Leben gerufen wurden, sein Trinkwasser bezogen hatte. Der Brunnen und der Wasserbehälter in Maubach werden noch genutzt - mit dem Wasser werden im Sommer die öffentlichen Grünanlagen gewässert. Im Volksmund hatte früher der Brunnen auch einen liebevollen Namen. Er wurde der „Kendlesbronna“ genannt. Den kleinen Kindern wurde eingeredet, dass aus diesem Brunnen die kleinen Kinder kommen. Um das zu überprüfen war damals der Deckel für uns Kinder viel zu schwer.
 

Durch die großflächigen Baumaßnahmen in diesem Gebiet wurde der Wasserzulauf deutlich reduziert. Da von allen Ämtern der Erhalt des Erlenwäldle angestrebt wurde, kam der Gedanke auf, das fehlende Wasser durch das Oberflächenwasser der Firma Mühlberger auszugleichen. Um Veränderungen im Erlenwäldle zu verhindern wurde es unter absoluten Naturschutz gestellt. Die bisherigen Eigentümer fürchteten von diesen Maßnahmen nur Probleme und hätten auch keinen Nutzen mehr davon. Die Firma Mühlberger wurde dadurch neuer Besitzer. Das Erlenwäldle hat mit seinem großen Anteil an Eschen trotz diesen Maßnahmen unter dem allgemeinen Eschensterben schwer zu leiden. Das fatale ist, dass heute das Wäldchen überwiegend aus Eschen besteht. Es ist abzuwarten wie das Wäldchen in absehbarer Zeit seinen Baumbestand den Veränderungen anpassen kann. Es ist zu wünschen, dass sich noch viele Generationen am Heininger Erlenwädle erfreuen können.
Verfasser: Gerhard Schaal

Eine alte markante Kellerhütte

Diese markante Kellerhütte steht in der Esslinger Straße in Heiningen, von der Tübinger Straße kommend auf der rechten Seite und gehört der Familie Klein. Die Kellerhütte hat die Gebäude-Nr.16 b. Das Alter von dem Keller kann heute nicht mehr festgestellt werden. Die Jahreszahl der Erstellung ist hier wie üblich in der oberen Mitte des Türbogens in einen besonders geformten Stein eingemeißelt. Der Zahn der Zeit hat an diesem uralten Keller seine Spuren hinterlassen, die Jahreszahl ist seit vier Generationen nicht mehr lesbar. Der Keller ist aus einem weichen und witterungsanfälligen Sandstein errichtet. In der Zeit, als die Landbevölkerung fast ausschließlich aus Selbstversorgen bestand, waren diese multifunktionalen Kellerhütten für den jährlichen Ablauf eine wichtige Einrichtung.
Im Gewölbekeller wurden Lebensmittel möglichst maussicher gelagert. Der Apfel- und Birnenmost wurde in Eichenholzfässern aufbewahrt. In den daraufstehenden Hütten war meistens das Backreisig für den Holzbackofen. Es gab oder gibt zwei Arten von Gewölbekellern: einmal diese in den freistehenden Kellerhütten und jene, die in den Gebäuden wie einer Scheuer oder einem Wohnhaus eingebaut sind. So gab es um Mitte 1950 über dreißig Gewölbekeller in Heiningen, davon etwa acht Kellerhütten.
Diese hier angesprochene Kellerhütte hat keinen besonders guten Standort. Sie ist in einen Hang eingebaut und deren Eingang ist wegen des Grundwassers nur vier Stufen tief - so steht ein großer Teil des Kellers im Freien. Durch diese Bauweise ist es erforderlich den seitlichen Druck durch das Gewölbe mit seitlich durchgehenden, verankerten Eisenstangen zu stabilisieren. Auch klimatisch ist dieser Keller anfällig. Im Sommer wird er zu warm und im Winter trotz der Strohballenisolierung oft zu kalt. Wenn man sich im Keller umschaut erkennt man am Zustand der Steine sofort welche im Erdreich und welche im Freien liegen. Die im Erdreich sind dunkel und feucht, die anderen hell und trocken. Bei diesem Keller mussten, wenn es im Winter eine längere Frostperiode gab, die frostempfindlichen Lebensmittel in Sicherheit gebracht werden. Sonst ging es sprichwörtlich ans Eingemachte.
Optimal ist ein komplett im Erdreich eingebauter feuchter und gut durchlüfteter Keller, baulich eine kleine Wissenschaft für sich.
Wenn man diese Kellerhütte von der Straßenseite aus betrachtet, sieht man deutlich den halbfreien Sandsteinkeller mit seinem runden Torbogen und das aufgesetzte spitzige Satteldach mit seinem Fachwerkgiebel, an dem eine Türe angebracht ist, um das Reisig einzubringen. An beiden Außenseiten sind je zwei Fenster angebracht, die mit einem seitlich verschiebbaren, im Mauerwerk eingelassenen Holzverschlag geöffnet oder verschlossen werden können. Diese Fenster werden für die Belüftung und manchmal auch für die Einbringung der Waren gebraucht.

Hinten, auf der rechten Seite ist der aufgebaute Eingang zur Hütte zu sehen. Eine kleine Besonderheit bei diesem Gebäude ist die auf der hinteren Seite fest eingebaute Gerätschaft zur Herstellung von Apfel- und Birnenmost. Die Obstmühle mit Maischebehälter und die übliche von Hand zu bedienende Spindelpresse. Der ausgepresste Saft konnte so auch von oben ohne allzu großen Aufwand direkt in die Mostfässer eingeleitet werden. Die ganze Einrichtung konnte so übers ganze Jahr, ohne dass sie im Weg war, stehen bleiben.
Es ist zu wünschen, dass die nachfolgenden Generationen dieses uralte Gebäude pflegen, um es als Anschauungsobjekt für eine vergangene ländliche Lebensweise zu erhalten.
Verfasser: Gerhard Schaal

Der Heininger Maibaum

Das Aufstellen eines Maibaumes ist ein altes und traditionsreiches Brauchtum. Nach dem Ende des Krieges konnte das zerstörte Deutschland zweifellos ein Zeichen brauchen, das einen neuen Frühling ankündigte. Der Maibaum wurde besonders in Nordbayern und Hessen rasch wiederbelebt. Die Anregungen dazu gaben hauptsächlich die vielen Sudetendeutschen, die durch Flucht und Ausweisung in diesen Raum gelangt waren. Das Maibaum-Brauchtum war im Sudetenland vereinsmäßig fest organisiert. Erst um 1970/1980 wurde es auch im Württembergischen eingeführt.
Durch die Feuerwehr ins Leben gerufen, ist seit dem Jahr 2000 in Heiningen das Maibaumstellen zu einem festen Bestandteil vom kulturellen Leben geworden. Der schöne Maibaum von Heiningen wird in einem großen Umfeld bewundert.
 

In den ersten Jahren wurde der Maibaum mit Krone und Girlande geschmückt. Jahre später kamen stufenweise die Symbole dazu, mit ihnen soll das Dorfleben im ehemaligen Bauerndorf Heiningen symbolisch dargestellt werden. Alle Schilder wurden mit einem kleinen Sketch (Darbietung) feierlich eingeweiht. Die Festlegung der Maibaumsymbole in ihrer Art und Größe war ein langer und schwieriger Prozess. Das Symbol „der Metzger“ war die Vorlage für alle Schilder, der Urtyp. Es wurde so, wie es dargestellt ist, in einem bayrischen Kochbuch gefunden. Mit viel Überredungskunst konnte mein Schulfreund Jürgen Falk für die Darstellung der 20 Symbole gewonnen werden. Die farbliche Gestaltung der Schilder wurde von Michael Grau sowie Stefanie und Michael Schaal ausgeführt. Ein Expertenteam der Feuerwehr hat bisher alle Maibaumaufstellungen mit großer Vorsicht und Sorgfalt durchgeführt. Die Maibaumherstellung hat immer den gleichen Ablauf. Zuerst wird im Heininger Hau der schönste Tannenbaum ausgesucht und für den Förster gekennzeichnet - denn ohne Kennzeichnung darf kein Baum gefällt werden.
Etwa eine Woche vor der Aufstellung wird der Baum gefällt und zum Richtplatz transportiert. Dort wird er geschält, der Gipfel angepasst und die Halterungen für die Schilder montiert. Gleichzeitig dazu werden die Krone und die Girlande mit Tannenreisig gebunden. Am Abend vor dem ersten Mai wird der vorgerichtete Baum zum Aufstellungsplatz transportiert und mit Gipfel, Krone, Girlande und den Symbolschildern geschmückt.  Herr Wahl aus Althütte stellt mit seinem Autokran den Maibaum in seine Verankerung. Mit großer Sorgfalt und Genauigkeit wird er dann von der Feuerwehr ausgerichtet und befestigt.
Verfasser: Gerhard Schaal

Das Gasthaus Krone

Die Heininger Dorfschenke „Krone“ wurde vom Landwirt Friedrich Unger im September 1959 ins Leben gerufen. Am Anfang war die Krone als einfache Gaststätte ein Nebenerwerb zur Landwirtschaft. Die Gasträume wurden im Erdgeschoss des Wohnhauses eingebaut, wodurch eine gemütliche Gaststube mit kleinem Nebenzimmer entstand. Die Küche ist durch den Schankraum optimal erreichbar, kurze Wege garantierten einen schnellen und reibungslosen Ablauf. Natürlich waren auch Sanitärräume dabei - eben alles, was zu einer richtigen kleinen Dorfgaststätte gehört. Der Wirt wählte den Namen „Krone“ für seine Gaststätte, da es bereits früher einmal eine Gaststube mit dem Namen Krone in diesem Gebäude gab. Friedrich Unger wurde so zum „Kronenwirt“ in Heiningen. Im Laufe der Jahre wurde die Krone immer mehr zum Haupterwerb für die Familie, die Landwirtschaft wurde aufgegeben. Nur von seiner Leidenschaft, dem Obstanbau, trennte „Frieder“ sich nicht. Unter der Regentschaft des geborenen Gastwirtes und seiner Ehefrau Irmgard, Chefin in der Küche, wurde die Krone zu einem gern besuchten schwäbischen Speiselokal. Die ursprünglichen Räumlichkeiten wurden bald zu klein, so dass 1974 durch Um- und Anbau die Gasträume erweitert wurden. Der alte Gastraum blieb dabei unverändert. Die in der Nachbarschaft wohnenden zahlreichen Küchenhilfen wurden je nach Bedarf aktiviert. So konnte jeder Ansturm, war er noch so groß und noch so kurzfristig, mühelos bewältigt werden.

Nach der Gründergeneration führten Nicole und Günter Unger das Lokal noch einige Jahre weiter. Als ihnen aus beruflichen Gründen die Zeit fehlte, wurde das Lokal verpachtet. Nicht zuletzt der Zeitgeist führte dazu, dass die Krone nicht mehr wie in früheren Zeiten besucht wurde. Der Bauer oder Handwerker kehrt heute nicht mehr, so wie damals, nach seinem Tagwerk auf zwei Bier in die Krone ein. Da Günter Unger einen großen Teil seiner Kindheit in der Krone verbrachte, war diese praktisch sein „Wohnzimmer“. So lässt sich auch erklären, dass er die Krone mit einem nicht unbeträchtlichen Zuschuss für seine Stammgäste am Leben erhält. Heute führt mit viel Freude und Leidenschaft Herr Fengler die „Krone“. Vielleicht kann die „Gaststätte“ auf diese Weise noch lange erhalten bleiben.
Verfasser: Gerhard Schaal

Aus dem Heininger Dorfleben

Der Landfrauenverein Heiningen

Das Maibaumsymbol zeigt zwei tanzende Landfrauen aus Heiningen.

Die Suche nach einem Motiv für die Landfrauen war eine aufwendige Angelegenheit. Für den Motivzeichner Jürgen Falk war eine Motivvorlage ein absolutes Muss. Die Frage war, welches Motiv die Landfrauen am besten darstellt. Die Idee war zwei in ihrer Tracht tanzende Frauen, begleitet von einem Akkordeonspieler. Um eine Bildvorlage zu erhalten wurde ein Fototermin festgelegt.

Irene Weller und Heidi Taschner tanzten in der Landfrauentracht nach den Klängen vom Akkordeon spielenden Dieter Taschner. Aus etwa 30 Fotos, aus allen erdenklichen Positionen, war dann auch eine passende Vorlage dabei. Endlich konnte mit der Arbeit des Motivs begonnen werden.

Zum Landfrauenverein
Die Gründung des Landfrauenvereines Heiningen war ein nicht alltäglicher Vorgang. Irene Weller kam eines Tages auf die Idee, was in ihrem Landfrauenverein machbar ist, das müsste doch auch in Heiningen möglich sein. Ohne große Umstände wurden Handzettel verteilt, wer Interesse an einem Landfrauenverein hat, soll sich bei dem Informationsabend am 1. März 1988 im Wahlraum des Heininger Rathauses melden. Die Resonanz war überwältigend, schon bei der zweiten Versammlung stellten 28 Gründungsmitglieder Ende März 1988 den Status eines Vereins her. Alle Achtung! Die Vereinsstruktur ist durch eine Satzung festgelegt. Die Heininger Landfrauen sind im Landfrauenverband, der den Namen „Landfrauen Württemberg-Baden e.V.“ trägt.

Die Entwicklungsgeschichte der Landfrauenvereine
Der Impuls zur Gründung der Landfrauenbewegung am Ende des 19. Jahrhundert ging von einer Frau aus, die sich kritisch mit der gesellschaftlichen Realität der Frauen auf dem Land auseinandergesetzt hat. Elisabeth Boehm, Gutsfrau aus Ostpreußen hatte die Erfahrung machen müssen, dass es zwischen Männern und Frauen in der Landwirtschaft große Ausbildungsunterschiede gab. Die Frauen waren damals völlig unzureichend auf ihr Aufgabenfeld, die ländliche Hauswirtschaft, vorbereitet. Dagegen hatte die Tätigkeit des Landwirtes durch die damals umwälzenden, naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit Auswirkung auf Ackerbau und Viehzucht bereits eine Professionalisierung erfahren. Während also Landwirtschaft fachkundig gelehrt wurde, war von einer hauswirtschaftlichen Ausbildung noch keine Rede. Die Frau auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, die Bäuerin, hatte keinen Beruf. Die historische Entwicklung der Landfrauenbewegung ist an die weitreichenden Veränderungen innerhalb des Agrarsektors im letzten Jahrhundert geknüpft. Die deutsche Landwirtschaft musste sich immer mehr am Weltmarkt orientieren lernen. Sinkende Getreidepreise bei gleichzeitig hohen Investitionskosten für die Modernisierung der Betriebe und für die Betriebsmittel wie Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel führten zu hohen Verschuldungen. Sorgsame Wirtschaftsweise im Haushalt, aber auch zusätzliche Verdienstquellen waren dringend nötig. Damit mussten die Frauen zwangsläufig einen wichtigen Part sowohl im Betrieb als auch in der Öffentlichkeit übernehmen. Der erste landwirtschaftliche Hausfrauenverein wurde 1898 in Rastenburg, Ostpreußen gegründet. Bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts folgen viele Gründungen in ganz Deutschland. Ziel des Verbandes war, das Bewusstsein für die Lebenssituation der Landfrauen und für ihren bisher weit unterschätzten Beitrag in Land- und Volkswirtschaft zu stärken. Die Arbeitsschwerpunkte der landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine dienten im
Wesentlichen dem ländlichen und hauswirtschaftlichen Ausbildungswesen. Der ursprüngliche Ansatz, Erfahrungen und Wissen über Herstellung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte auszutauschen und sich weiter zu bilden, hat sich stetig weiterentwickelt und den Anforderungen der Zeit angepasst, sodass die Landfrauen sehr bald auch die gesellschaftliche Entwicklung auf dem Lande beeinflussen und mitgestalten konnten.
Nach Krieg und Zusammenbruch waren viele Männer und Söhne gefallen oder in Kriegsgefangenschaft. Die Frauen mussten die Höfe bewirtschaften. Ein unendlicher Flüchtlingsstrom ergoss sich über das Land. Angesichts dieser Situation belebte Marie-Luise Gräfin von Etingen den Gedanken der Landfrauenarbeit neu. Am 20. Oktober 1948 wurde der deutsche Landfrauenverband (dlv) gegründet und die Gräfin zur Präsidentin gewählt. Bis 1970 stand sie dem Verband als Präsidentin vor und stellte ihn auf ein solides organisatorisches Fundament. Die Geschäftstelle des dlv war bis 1973 in Stuttgart. Die Neuorientierung auf internationaler Ebene, der Aufbau nationaler Kontakte und der Ausbau der Bildungsarbeit über die fachliche Aus- und Weiterbildung hinaus, sind wesentliche Verdienste ihrer Amtszeit. Sie hat den Landfrauenverband von Anfang an bewusst für alle Frauen geöffnet, die im ländlichen Raum leben. Seit 1968 unterstützt das damalige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Bildungsarbeit des Verbandes über bundeszentrale Informationsveranstaltungen (ZIV). In die Präsidentschaft von Gräfin Leutrum fiel auch der Aufbau einer hauswirtschaftlichen Forschung und die Errichtung der Bundesforschungsanstalt für Hauswirtschaft. Die Landfrauen erreichten ein Förderprogramm zur Verbesserung der arbeitswirtschaftlichen Situation in den Haushalten der Bäuerinnen und später ein Förderprogramm zu Modernisierung und Sanierung von landwirtschaftlichen Gebäuden. Die, bis heute stattgefundene Entwicklung zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen. Wenn man die Aufgaben und Ziele aus den Gründerzeiten der Langfrauenverbände mit den Jahresprogrammen der Heininger Landfrauen vergleicht, wird der große Wandel unserer Zeit richtig bewusst. Als vor etwa 120 Jahren in Ostpreußen von Elisabeth Böhm der erste Landfrauenverein gegründet wurde, waren die Ziele sicher ganz andere als heute.

Die Situation der Heininger Landfrauen
In vergangenen Zeiten bestimmte harte, schwere Arbeit das Leben der Landfrauen. Meistens waren sie auch extremer Mehrfachbelastung ausgesetzt. Sie hatten einen Haushalt zu versorgen, mussten oft eine Menge Kinder mit oft kärglichen Mitteln über die Runden bringen. Damals war die Landbevölkerung noch überwiegend Selbstversorger. Oft war auch eine kleine Nebenerwerbslandwirtschaft vorhanden, welche dann überwiegend von den Frauen und Kindern in mühevoller Handarbeit bewältigt werden musste. Eine zusätzliche Belastung und nicht seltenes Elend kam auch durch die Kriege auf die Landfrauen zu - sie waren durch die Einberufung ihrer Männer oft und lange auf sich alleine gestellt. Sie mussten ohne das heutige soziale Netz sehen, wie sie einigermaßen über die Runden kamen. Die heutigen Anforderungen und Aufgaben für die Landfrauenvereine haben sich Gott sei Dank zu einem besseren Umfeld entwickelt.
Das heutige Vereinsleben der Heininger Landfrauen wird geprägt von ihrem reichhaltigen und vielseitigen Programm. In einer Jahresbroschüre, die monatlich veröffentlicht wird, werden die Veranstaltungen aller Art aufgeführt, so dass jeder, der Interesse hat, seine Freizeiteinteilung gestalten kann. Das Angebot geht von kulturellen und festlichen Veranstaltungen, sportlichen Tätigkeiten und handwerklichen Kursen wie Basteln und Kochen. Auch gemeinsame Unternehmungen wie Jahresausflug oder Stadtführungen stehen auf dem Programm. Zu den jährlichen Höhepunkten im Vereinsleben gehören das Osterbrunnenfest, das Salzkuchenfest und das Singen unter dem Weihnachtsbaum, dass unter dem Motto steht: Wir singen für einen guten Zweck. Mit einer Weihnachtsfeier beendet der Landfrauenverein das erfolgreiche Jahresprogramm.
Der Landfrauenverein Heiningen lebt wie jeder Verein von seinen Mitgliedern, deshalb ist es wichtig, neue Landfrauen anzusprechen und zu gewinnen. Für den Verein wäre es vorteilhaft, wenn auch viele junge Frauen Interesse für diesen Verein durch ihren Eintritt bekunden und ihn generationsübergreifend mitgestalten würden.
Für das Gemeindeleben von Heiningen ist der Landfrauenverein nicht mehr wegzudenken. Dazu ein herzliches Dankeschön!                             
Verfasser: Gerhard Schaal

Aus dem Heininger Dorfleben: Der Dorfpolizist

Auf der Federzeichnung von Emil Dietrich -einst Volksschullehrer in Maubach- aus dem Jahr 1948 ist auf der rechten unteren Bildseite der Tatort, der Misthaufen, angedeutet.


Diese Geschichte ereignete sich vor über 100 Jahren: Heiningen war damals noch ein reines Bauerndorf mit etwa 280 Einwohnern, die sich fast ausschließlich mit Landwirtschaft befassten.
 

Auch Heiningen hatte zur damaligen Zeit noch einen Feldjäger (Dorfpolizisten). Diese uniformierte Amtspersonen waren mit Rechten ausgestattet, dessen sie sich auch bewusst waren. Sie erwarteten dementsprechend von der Bevölkerung Respekt und Anerkennung. Immer waren sie bemüht zu allem eine Lösung zu finden, was natürlich auch mal gründlich danebenging. Die oft umwerfende Logik der Dorfpolizisten wurde so für die Jugendlichen immer wieder eine Herausforderung. Der uralte Spruch eines Heutensbacher Dorfpolizisten hat auch heute noch seine Gültigkeit: „Wenn wir wissen wie der Dieb heißt und wo er wohnt haben wie ihn schnell.“ Die ältere Dorfjugend trieb mit dieser Amtsperson immer mal wieder ihren Unfug, wie auch in diesem Fall: Die Familien hatten eine kleine Landwirtschaft nebenbei für die eigene Lebensmittelversorgung. So auch die Familie Schunter. Bei, oder besser gesagt auf deren Miste (Misthaufen vor dem Kuhstall) wurde dieser ausgeklügelte Streich ausgeführt. Die Gebäude stehen heute noch, links am Eingang zur Esslinger Straße, gegenüber der Gaststätte Krone. Das Wohnhaus ist seither mehrfach renoviert worden, die kleine Scheune mit Kuhstall ist nahezu unverändert. Der Misthaufen der zur Straßenseite lag, ist natürlich längst verschwunden. An seiner Stelle ist heute ein Autostellplatz. Dieser kleine landwirtschaftliche Betrieb wurde vor über einem halben Jahrhundert aufgegeben.
Bei allen Misten der damaligen Zeit war ein Teil vom Misthaufen auf festem Boden, der andere Teil über der Grube, die mit losen und abnehmbaren Balken abgedeckt war. So konnte die Lachengrube immer wieder geleert und ausgeputzt werden. So war es auch bei dieser Grube - sie war etwa 1,2 Meter tief und 1,5 Meter breit. Als die Jungen den Dorfpolizisten wieder einmal günstig ausgemacht hatten, haben sie für ihren Zweck sofort die volle Jauchegrube abgedeckt. Um nicht erkannt zu werden, haben sie sich verkleidet. Der Feldjäger wurde gereizt, bei der erwarteten Verfolgung wurde der Fluchtweg so gelegt, dass er über die Jauchegrube führte. Diese Grube wurde von den flüchtenden Jugendlichen übersprungen, der unwissende Feldjäger erlag dem ausgeklügelten Streich und landete wie gewünscht in der Jauchegrube. Die Dorfjugend hatte ihren Spaß, der Feldjäger den Spott. Die Einwohner von Heiningen und die Leute aus der näheren Umgebung hatten gewiss über eine längere Zeitspanne etwas zum Lachen und Spotten. Ob die Jugendlichen erkannt wurden oder gar bestrafft wurden, ist nicht überliefert.
Verfasser: Gerhard Schaal

Aus dem Heininger Dorfleben: Die Dorfschwester

Heinz- Jürgen Falk stellt seinen Entwurf der Dorfschwester vor.

Mit unserem Maibaumschild wollen wir an unsere letzte Heininger Dorfschwester erinnern. Sie wurde von allen einfach nur Schwester Anna genannt. Bevor ich mich mit dem Maibaumschild befasse, möchte ich kurz die Entwicklung des komplexen Themas Gesundheit und der medizinischen Versorgung erläutern. Beginnen möchte ich mit einem Zitat aus der Antike, der griechischen Mythologie: „Oh Göttin der Gesundheit, lass mich bei dir wohnen bis an mein Lebensende“. Dieser Wunsch hat Jahrtausende überlebt. Gesundheit ist ein uralter Menschheitstraum. Sie ist abhängig von unseren gesellschaftlichen Verhältnissen und demgemäß von Gesellschaft zu Gesellschaft, von Epoche zu Epoche verschieden. Für die Antike war gesund bezogen auf den Freien und Reichen, mindestens aber wohlhabenden Bürger, durchaus nicht auf den Sklaven, für den auch ganz andere Medizin galt, wie auch für Bauern und kleine Handwerker. Im Mittelalter erfolgte die Orientierung an Frömmigkeit und Religion, wer sie besaß, musste sich um ein gesundes und hygienisches Leben keine Sorgen machen. Die industrielle Leistungsgesellschaft unserer Tage bezieht dagegen Gesundheit auf Arbeitsfähigkeit und auf Wohlbefinden. Die moderne Industrie braucht gesunde Menschen, die arbeiten, und gesunde Menschen, die konsumieren. Der Gesundheitsbegriff wird universal. Der Begriff Lebensqualität schließt Krankheiten aus. Das Gesundheitswesen ist auch zu einem milliardenschweren Wirtschaftsfaktor geworden.

Dorfschwester Anna in ihrer Tracht.

Auf Grund der vorher genannten Realitäten kann man sich leicht vorstellen, wann und wie in dem kleinen und einfachen Bauerndorf Heiningen eine regelmäßige, geordnete medizinische Versorgung auch nur ansatzweise begann. Jahrtausende wurden sicher die durch mündliche Überlieferungen bekannten, einfachen und oft bewährten Hausrezepte je nach Bedarf und Möglichkeiten angewandt. Auch Beobachtungen, eigene Erfahrungen und die Ratschläge der Kräuterfrauen wurden dabei sicher berücksichtigt. Viele Heilhoffnungen ruhten auch auf dem bedingungslosen Glauben. Schicksale wurden und konnten deshalb sehr oft in Demut als Gottgegeben hingenommen und akzeptiert werden. Bekannt ist auch, dass auf diesem Gebiet begabte Schäfer ihre Erfahrungen, welche sie durch das Ausprobieren und Beobachten ihrer Schafe erwarben, auf die Heilung der menschlichen Leiden oftmals mit Erfolg übertrugen. In vielen Fällen war dies sicher auch sehr hilfreich. Sicherlich gab es damals wie auch heute Scharlatane, welche die Not der Armen, Kranken und oft unwissenden Leute schamlos ausgenutzt haben. Mit Beginn der Industrialisierung wurde, wenn auch auf dem Lande etwas später, in kleinen Schritten langsam die organisierte Versorgung und Pflege eingeführt. Wie zum Beispiel durch die evangelische Schwesternschaft der Diakonie. Bevor 1974 die Backnanger Diakonie mit Sitz im Staigacker gegründet wurde, wurden die Schwestern vom Mutterhaus Stuttgart an die einzelnen Dörfer verteilt. So auch unsere Schwester Anna. Ob Heiningen gleich nach der Gründung der evangelischen Diakonie vor weit über hundert Jahren eine Schwester zugeteilt bekam, ist mir heute nicht bekannt. Die Aufgaben der damaligen Schwestern waren universal. Erkrankte jemand wurde die Schwester verständigt. Sie begutachtete den Fall und erstellte eine Diagnose - war die Erkrankung mit ihrer Hilfe heilbar, gab sie Anweisungen und Anleitungen zum Auskurieren; zum Beispiel eine Wunde richtig säubern und den richtigen Verband dazu anfertigen. Reichten ihre Möglichkeiten nicht aus oder war sie sich in ihrer Diagnose in schwerwiegenden Fällen nicht ganz sicher, wurde aus der Stadt ein Arzt hinzugezogen. Das wurde in allen Fällen so praktiziert, an jung oder alt. Auch bei der damaligen Altenpflege standen die Schwestern mit Rat und Tat zur Seite. In den allermeisten Fällen war die Pflege von den Angehörigen so gut es ging zu bewältigen. Es gab für die einfachen, armen Leute damals keine erschwinglichen Pflege- oder Altersheime. Von vielen in Not geratenen Leuten wurden die Schwestern um ihren Rat gebeten, egal ob die Sorgen persönlicher, familiärer oder anderer Art waren. Noch heute leisten die Diakonissinnen vor allem in der häuslichen Pflege ihren Dienst. Natürlich wurden ihre Aufgaben und deren Ausführungen dem Wandel der Zeit angepasst. Ich wünsche mir, dass unser Maibaumsymbol dazu beiträgt, dass die Lebensleistung unserer Dorfschwester Anna nicht gänzlich in Vergessenheit gerät.
Verfasser: Gerhard Schaal