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Internationaler Museumstag im Technikforum Backnang

Das Technikforum Backnang in der Wilhelmstraße 32 nimmt am Sonntag, 19. Mai, am Internationalen Museumstag teil. In diesem Jahr geht es unter dem Motto „Museen – Gelebte Traditionen“ um das immaterielle Kulturerbe, zu dem auch das traditionelle Handwerk zählt. Das Gerber- und das Spinnerhandwerk gehören zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten der Menschheit. Im Technikforum können während der regulären Öffnungszeit, am Sonntag von 14 bis 17 Uhr, die Dauerausstellungen der Abteilungen Gerberei und Spinnerei besichtigt werden. Diese zeigen nicht nur das Handwerk, sondern auch die entsprechenden Maschinen der späteren industriellen Fertigung. Jede halbe Stunde bieten ehemalige Gerber und Spinner Führungen durch die Abteilungen an.

Am Museumstag gibt es für Kinder eine Mitmachstation in der Abteilung Spinnerei. Hier können sie die handwerklichen Techniken im Spinnprozess, wie Kämmen der Rohwolle mit der Handkarde, kennenlernen und sich im Spinnen mit der Handspindel versuchen. Außerdem liegen verschiedene Fasermuster, aus welchen Garn oder Wolle hergestellt wird, bereit. Darunter auch unbekanntere Fasern wie Bananen-, Mais- und Sojafasern. Zudem können verschiedene Techniken der Weiterverarbeitung wie Weben, Häkeln und Stricken ausprobiert werden. Es finden fortlaufend Vorführungen am Spinnrad statt.

Eine Sonderausstellung nimmt das Thema des diesjährigen Museumstags in den Bereichen Gerberei und Spinnerei auf. Vorgestellt wird die traditionelle vegetabile Gerbung mit pflanzlichen Gerbstoffen wie Quebracho, Mimosa und Valonea, die ab Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend durch die Chromgerbung verdrängt wurde. In den letzten Jahren wurde die traditionelle pflanzliche Gerbung wiederaufgenommen und mit einem ökologischen und nachhaltigen Produktionsprozess kombiniert. Neben dem sogenannten Bio- oder Öko-Leder werden auch Leder mit neu entwickelten pflanzlichen Gerbstoffen wie Olivenblättern oder Rhabarberwurzeln produziert. Der neueste Trend ist „veganes Leder“, das aus Ananasblättern, Kork oder Pilzfasern hergestellt wird.

Im Bereich der Spinnerei sind dieselben Tendenzen zu beobachten. Das Leinen, das Ende des 19. Jahrhunderts fast vollständig von der Baumwolle verdrängt wurde, erlebt ein Comeback und wird neben der Bio-Baumwolle als Bio-Leinen angeboten. In der Ausstellung werden außerdem neu entwickelte Fasern aus Maiszucker, Bananenstamm, Lotuspflanzen und Milcheiweiß sowie die wichtigsten Siegel und Zertifikate für die nachhaltige und ökologische Herstellung von Leder und Textilien vorgestellt.

Der Eintritt ist frei. 

(Erstellt am 14. Mai 2019)