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Pflegemaßnahmen für den Artenschutz

Die Oberen Toswiesen, die zwischen der Martin-Dietrich-Allee und der Murr liegen, wurden 2018 als Mulde zur Wasserrückhaltung für den Hochwasserschutz gestaltet. Gleichzeitig sollte die biologische Vielfalt der Wiese erhöht und die Ansiedelung des seltenen Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings gefördert werden. Diese geschützte Falterart benötigt für die Entwicklung den Großen Wiesenknopf, eine feuchtigkeitsliebende Blütenpflanze, die auf der Fläche eingesät wurde. Um die Artenvielfalt zu fördern und Rückzugsräume für Insekten und andere Tiere zu erhalten, wird die Wiese in zwei Abschnitten zeitversetzt und an den Lebenszyklus des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling angepasst, etwa zweimal jährlich gemäht.

Ein strukturreiches Gebiet für seltenere Arten ist die Pfaffenrinne. Sie erhielt ihre jetzige Gestalt bereits vor etwa einem Jahrzehnt und wurde im Zusammenhang mit dem Neubau der Murrbäder Backnang Wonnemar geschaffen. Damals wurden in einer Murrschleife zwischen Backnang und Steinbach kleine Tümpel, Wiesen und Gehölze angelegt. Die Wiesen werden seit 2019 abschnittsweise mindestens zweimal in drei Jahren gemäht. Die rasch wachsenden Weiden werden im Frühjahr auf den Stock gesetzt und knapp über dem Boden abgeschnitten. Die anderen Gehölze erhalten einen regelmäßigen Rückschnitt. Da sich die Amphibienpopulation in den Tümpeln in den vergangenen Jahren vergrößerte, engagiert sich der NABU Backnang mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern bei der jährlichen Amphibienwanderung. Da die kleinen Tümpel spätestens im fortgeschrittenen Frühjahr austrocknen, noch bevor die Amphibien die Rückwanderung angetreten haben, wurde das renommierte Planungsbüro Geitz aus Stuttgart beauftragt ein Entwicklungskonzept für die Pfaffenrinne zu erarbeiten. Ziel ist die Entwicklung von Lösungsansätzen für den Umgang mit der komplexen Gewässer- und Auenökologie an diesem Ort.

Im Sommer und Herbst werden die zwischen Backnang und Erbstetten gelegenen Auenflächen der Spitzwiesen für einige Zeit durch weidende Schafe gepflegt. Durch das selektive Fressverhalten der Schafe entsteht ein Mosaik an unterschiedlichen Strukturen für die Fauna. Zahlreiche Schmetterlingsraupen nutzen die Brennnessel als Nahrungsquelle. Teile der Brennnesselfluren bleiben stehen und nur alle zwei Jahre gemäht.

(Erstellt am 28. Juli 2020)