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Umgestaltung des Bahnhofsumfelds in Backnang zur Mobilitätsdrehscheibe und Herstellung der Barrierefreiheit am Bahnhof Backnang

Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof Backnang


Ausgangslage
 Der Bahnhof Backnang hat durch die Inbetriebnahme der S 4 einen weiteren Bedeutungszuwachs als Endpunkt zweier S-Bahn-Linien, RegionalExpress-Halt an der Strecke Stuttgart – Nürnberg, Umsteigestation zum regionalen und städtischen ÖPNV sowie Verknüpfungspunkt mit dem motorisierten und nicht motorisierten Individualverkehr (Pkw/Taxi, Rad, Fuß) sowohl für die Stadt Backnang selbst als auch für die Umlandgemeinden erfahren. Der heutige Zustand der Verkehrsstation, der Verknüpfungsanlagen (Busbahnhof, Park+Ride, Bike+Ride) und des Bahnhofsumfelds wird dieser Bedeutung weder funktional noch gestalterisch gerecht. Die Bahnsteige und ihre Zugänge sowie der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) sind nicht vollständig barrierefrei ausgebaut. Der ZOB stößt zudem durch Taktverdichtungen sowie den verstärkten Einsatz von Gelenkbussen an Kapazitätsgrenzen bzw. hat diese im Tagesverlauf bereits mehrfach überschritten, woraus teilweise erhebliche Einschränkungen im Betriebsablauf des ÖPNV sowie Sicherheitsdefizite für die Fahrgäste resultieren.Der Bahnhofsvorplatz ist geprägt durch ungeordnete Verkehrsabläufe und erhebliche gestalterische Mängel. Die Kapazitäten der Park+Ride-Anlagen sind nicht ausreichend, Stellplätze bzw. Vorfahrten für Taxen, Abholer sowie Kiss+Ride sind nicht eindeutig definiert. Dies führt zu Konflikten zwischen den verschiedenen, auf dem Bahnhofsvorplatz zusammentreffenden Funktionen. Der 1878 erbaute historische Güterschuppen an der Ostseite des Bahnhofsvorplatzes wurde nach Einstellung der Güterverladung am Bahnhof Backnang von der Stadt Backnang erworben und viele Jahre an Dritte zur Nutzung als Lagerraum vermietet. Im Zuge der aktuellen Nachnutzungsdebatte wurden diese Mietverhältnisse gekündigt, seither steht das Gebäude weitestgehend leer. Initiativen und Überlegungen zur Nachnutzung sind bisher in erster Linie an der Finanzierbarkeit gescheitert.  Handlungsempfehlungen
 Die Stadtverwaltung strebt an, für den Bahnhofsvorplatz und das nähere Bahnhofsumfeld gemäß der vorliegenden verkehrlich-funktionalen Konzeption „Mobilitätsdrehscheibe“ (5,454 MiB) ein Gesamtkonzept umzusetzen, das den Bahnhof Backnang städtebaulich besser integriert, die Funktionalität der Verkehrsverknüpfungsanlagen deutlich erhöht und den Bahnhof damit wieder zu einem attraktiven, zeitgemäßen „Tor zur Stadt“ macht. Grundlage der weiteren Überlegungen ist hierbei die Variante 3 (Verlagerung ZOB) der vom Fachbüro StadtLandBahn erarbeiteten Machbarkeitsstudie.Diese besteht aus drei zentralen Modulen: 1. Modernisierung der Verkehrsstation der DB Station & Service AG im Rahmen des von der DB und dem Land Baden-Württemberg aufgelegten Bahnhofsmodernisierungsprogramms. Hierunter fallen die Erhöhung des Bahnsteigs an den Gleisen 2 und 3, der Ersatz des östlichen Fußgängerstegs durch einen barrierefreien Neubau mit vier Aufzügen sowie die Aufwertung der bestehenden Personenunterführung.

2. Verlagerung des ZOB und Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Dieses Modul umfasst den Abbruch des Güterschuppens sowie die Errichtung eines neuen ZOB mit 12 unabhängig an- und abfahrbaren Haltepositionen an seiner Stelle. Die in diesem Zusammenhang erforderliche Neuordnung der Verkehrsführung (u.a. Kreisverkehr als Zufahrt zum ZOB) wird mit der Neugestaltung des gesamten Vorplatzbereichs zwischen neuem ZOB, DB-Empfangsgebäude und Park+Ride-Parkhaus (heutiger ZOB) verknüpft. Hier entsteht ein großzügiger Platzcharakter mit entsprechend hochwertigen Ausstattungselementen sowie ein „Stadtbalkon“ an der Hangkante zur Murr.

3. Nachnutzung des heutigen ZOB zur Optimierung der Verknüpfungsanlagen für die übrigen Verkehrsträger sowie Umsetzung des durch den Verband Region Stuttgart geförderten Projekts „Regionaler Mobilitätspunkt“. Diese Teilmaßnahme umfasst ein zusätzliches P+R-Deck mit ca. 60 Stellplätzen, Kurzzeit- und Kiss&Ride-Stellplätze, einen Car-Sharing-Standort mit Schnellladesäule für E-Fahrzeuge, eine E-Rad-Verleihstation, eine Bike&Ride-Anlage mit ca. 100 Plätzen sowie Bussteige für Reisebusse und Sonderverkehre (z.B. zum Stadion im Fautenhau).
 Im Zusammenhang mit dem Konzept Mobilitätsdrehscheibe soll auch die Funktion des Bahnhofs als barrierefreies Bindeglied zwischen den Siedlungsbereichen nördlich und südlich der Bahnanlagen gestärkt werden.  Weiteres Vorgehen
 Die Umsetzung des Gesamtprojekts erfolgt in drei zeitlich gestaffelten Bauabschnitten voraussichtlich zwischen 2018 und 2022. Die Bauabschnitte entsprechen im Wesentlichen den oben beschriebenen Modulen. Der Bauabschnitt 1 (Modernisierung der DB-Verkehrsstation) wird wie beschrieben im Rahmen des Bahnhofsmodernisierungsprogramms Baden-Württemberg umgesetzt.Erste Vorarbeiten könnten hier 2018 beginnen, die Hauptbaumaßnahmen erfolgen voraussichtlich. in den Jahren 2019 und 2020. Da die Bauarbeiten am Bahnsteig und am neuen Steg „unter rollendem Rad“ erfolgen müssen, sind hier neben dem erforderlichen Planfeststellungsverfahren auch zeitliche Vorläufe für Sperrpausen etc. zu berücksichtigen. Zur Gegenfinanzierung der städtischen Maßnahmen bereitet die Stadt Backnang parallel die Festlegung eines städtebaulichen Sanierungsgebiets vor. Die Antragstellung für die entsprechenden Fördermittel kann voraussichtlich ebenfalls 2018 erfolgen. Die Inbetriebnahme der barrierefreien Verkehrsstation wird für den Fahrplanwechsel 2020/2021 angestrebt. Zur Vorbereitung und Konkretisierung der Module 2 und 3 wird die Stadt Backnang im Jahr 2017 einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb, ggf. mit Ideenteil zur Gestaltung der vorhandenen Hochbauten (Parkhaus, Empfangsgebäude), durchführen. Bis zum Start des Wettbewerbsverfahrens ist ein Zeitbedarf von etwa sechs Monaten zu veranschlagen, bis zum Abschluss weitere drei bis vier Monate.

Typ Name Datum Größe
pdf Mobilitätsdrehscheibe Präsentation-Presse 160504 17.08.2016 5,454 MiB